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Wie Imker sich gegen das Bie­nenster­ben ver­si­chern kön­nen

Bienen leben gefährlich. Laut Deutschem Imkerbund haben mehr als 170.000 Bienenvölker das Jahr 2020 nicht überlebt. Wir zeigen, wie sich Imker dagegen absichern können.

Wild- und Honigbienen erfüllen wichtige Aufgaben für das gesamte Ökosystem. Ohne ihre Bestäubungsleistung könnte ein Großteil an Wild- und Kulturpflanzen, beispielsweise Obst- und Gemüse, kaum Früchte tragen. In Deutschland existieren 585 Wildbienenarten, die in freier Natur und meist als Einzelgänger leben. Die Honigbiene zählt nicht dazu. Sie ist die einzige Bienenart, die vom Menschen gepflegt wird und neben Rind und Schwein durch ihre Bestäubungsleistung zu den wichtigsten Nutztieren zählt. Jedes Bienenvolk produziert eine durchschnittliche jährliche Erntemenge von 20 bis 30 Kilogramm Honig. Darüber hinaus wird das Bienenvolk mit Futtervorrat versorgt.

Zusammengerechnet ernten die rund 160.000 deutschen Imker 15.000 bis 25.000 Tonnen Honig pro Jahr. Das entspricht etwa 20 bis 30 Prozent des Verbrauchs in Deutschland. Der Fleiß lohnt sich, denn laut Deutschem Imkerbund sind wir Honigliebhaber. Pro Kopf und Jahr vernaschen wir rund ein Kilogramm des süßen Aufstrichs und belegen damit im weltweiten Vergleich einen Spitzenplatz.

 

Das Bienensterben ist nicht gestoppt

Trotzdem gibt es auch traurige Nachrichten. Die Gefahr des Bienensterbens ist nicht gebannt. Besonders Wildbienen leiden unter den Folgen von Nahrungsmangel, fehlenden Habitaten, Klimaveränderungen und dem Einfluss des Einsatzes chemischer Pflanzenschutzmittel. So stehen rund die Hälfte aller Arten auf der roten Liste der bedrohten Bienen in Deutschland.

 

Deutschlandweit gibt es etwa 1,1 Millionen Bienenvölker. Sie werden zwar vom Imker gepflegt, der Maßnahmen ergreifen kann, wenn die Bienengesundheit gefährdet ist. Trotz allem spielt auch hier das nicht ausreichende Nahrungsangebot, der Klimawandel und der chemische Pflanzenschutz eine Rolle. Bundesweit lag die Sterberate im Winter 2020/2021 laut Deutschem Imkerbund bei 14 Prozent. Betroffen waren rund 170.000 Bienenvölker, weil diese durch Parasiten und die anderen genannten Einflussfaktoren bereits im Herbst 2020 geschwächt in den Winter gingen.

 

Diesen Gefahren sind Bienenvölker ausgesetzt

Bienenstöcke sind insbesondere von Schäden durch Diebstahl, Sturm und Frevel (mutwillige Vergiftung) bedroht. Je nach Witterungsverhältnissen und Nahrungsangebot kommen Schäden durch Tiere wie beispielsweise durch Spechte oder Waschbären hinzu. Biologen haben schrumpfende Lebensräume, den Klimawandel und den massenhaften Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft als negativen Einfluss identifiziert.

 

2020 entstand laut dem Assecuradeur Gaede & Glauerdt in der Imkerversicherung ein Schaden von rund 485.000 Euro. Darin sind Schäden durch Sturm/Hochwasser/Überschwemmung, Frevel/Vandalismus, Tiere und Diebstähle erfasst. 251.000 Euro entfielen auf Diebstähle von 349 Bienenstöcken. Diese Kategorie verursacht den höchsten Versicherungsschaden. Auch für 2021 ist keine Änderung in Sicht. Mit Stand Ende September wurde ein versicherter Schaden von bislang 324.000 Euro verzeichnet. Bisher wurden 222 Bienenstöcke entwendet und diese verursachten einen Schaden von 136.000 Euro.

 

Vergiftungsschäden bei Bienen

Im Jahr 2020 wurden der deutschen Untersuchungsstelle für Bienenvergiftungen am Julius Kühn-Institut 147 Bienenschadensfälle mit 1.284 geschädigten Völkern von 151 betroffenen Imkern aus ganz Deutschland gemeldet. Bei ihnen wurde eine Vergiftung durch Pflanzenschutzmittel oder nicht-landwirtschaftliche Biozide als Schadensursache vermutet.

 

Bei den eingeschickten Schadensfällen lag der Anteil möglicher Vergiftungsschäden durch Pflanzenschutzmittel bei 19 Prozent. Auch wenn seit Ende 2013 EU-weit einige der Wirkstoffe, die potenziell bienenschädigend sind, in Pflanzenschutzmitteln verboten sind, finden sich immer noch Rückstände an Zier- und Gartenpflanzen.

 

Der gefährlichste Feind ist die Varroamilbe

Aber nicht nur das Klima und Pflanzenschutzmittel machen den Bienen zu schaffen. Die größte Bedrohung ist die Varroamilbe, ein aus Asien eingeschleppter Parasit, der die Völker schwächt. Die Milbe ernährt sich von der nährstoffhaltigen Körperflüssigkeit der Bienen. Sie nisten sich in der Bienenbrut ein und entziehen den jungen Bienen die lebenswichtigen Nährstoffe.

 

Eine einzige Milbe, die bei der Pollen- oder Nektarsammlung von einer anderen befallenen Biene übertragen wurde, kann in der kurzen Zeit von Mai bis Oktober schon mehr als 700 Neutiere produzieren. Die UNO sieht durch die Varroamilbe die Nahrungsgrundlage der Menschheit in Gefahr und führte deshalb 2018 den Weltbienentag am 20. Mai ein.

 

Wie Imker sich versichern können

Durch eine Mitgliedschaft im Imkerverband genießen Imker über eine Gruppenversicherung des jeweiligen Landesverbandes Versicherungsschutz. Dieser ist dem Deutschen Imkerbund angeschlossen. Der Versicherungsschutz umfasst beispielsweise:

 

  • Transportversicherung: Versichert sind etwa die Bienenvölker bei einem Umzug (Wanderung) zu einem anderen Standort. Aber auch Imkerprodukte wie Honig oder Met sind auf dem Transport z. B. zu Wochenmärkten versichert.
  • Sachversicherung: Beispielsweise sind Bienenhäuser, Freistände, Bienenvölker oder Futter gegen Schäden u.a. durch Brand, Blitzschlag, Sturm und Hochwasser versichert. Ebenfalls versichert sind Einbruchdiebstahl, Raub und Frevel (wenn Bienen mutwillig vergiftet werden) und Schäden durch Tiere wie Specht und Waschbären.
  • Haftpflichtversicherung:Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die gesetzliche Haftpflicht. Abgedeckt sind Schäden beispielsweise durch Bienenstiche sowie Vermögensschäden, Risiken der Produkthaftung und Umwelthaftung.

 

Der Imker erhält bei einem Schaden die vereinbarten Versicherungsleistungen, wenn den Bienen etwas zustößt oder sie selbst einen Schaden verursachen. Je nach Landesverband ist der Versicherungsbeitrag eine Einheitsprämie oder er richtet sich nach der Anzahl der Bienenvölker (Staffelprämie) des Imkers.

 

Versicherungsschutz für Hobbyimker

Für Hobbyimker reicht in der Regel eine private Haftpflichtversicherung. Bei den meisten Privathaftpflichtversicherungen ist eine private Bienenhaltung, die als Hobby ausgeführt wird, bereits mitversichert. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen ist jedoch immer ratsam.

 

 

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Knut Mäuselein

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