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Das müs­sen Haus­be­sit­zer wis­sen

 

 

Brände, Blitze oder Hagel können eine Photovoltaikanlage lahmlegen. Hausbesitzer sollten für diesen Fall vorsorgen, sonst drohen finanzielle Einbußen.

Der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix wächst kontinuierlich. Photovoltaik (PV) ist in den vergangenen zehn Jahren zum zweitwichtigsten Energieträger unter den Erneuerbaren aufgestiegen. Mehr als 1,7 Millionen Solaranlagen mit einer Leistung von 49 Gigawatt sind mittlerweile installiert. Seit 2018 steigt die Zahl der jährlich neu installierten Photovoltaikanlagen wieder an. Hausbesitzer, die sich für die nachhaltige Stromerzeugung mit Sonnenenergie auf dem eigenen Dach entscheiden, sollten den entsprechenden Versicherungsschutz für die teuren Anlagen gleich mitdenken.

 

Photovoltaikversicherung – so funktioniert’s!

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, Photovoltaik auf dem eigenen Dach zu versichern:

Über einen Zusatzbaustein in der Wohngebäudeversicherung. Ohne diesen Zusatzbaustein wären die Stromerzeuger nicht geschützt. Der Versicherungsschutz bestehender Wohngebäudeversicherungen deckt in der Regel nicht die PV-Anlage ab. Wer den Schutz seiner PV-Anlage in die Wohngebäudeversicherung integriert, hat einen Vorteil: Bei einem Schaden, der sowohl das Haus als auch die PV-Anlage betrifft, erfolgt die Schadenregulierung aus einer Hand.

 

Über eine eigenständige Photovoltaikversicherung – unabhängig von der Absicherung des Hauses und der Wohngebäudeversicherung.

 

Diese Photovoltaikversicherungen leisten zum Beispiel bei Schäden durch

 

  • Feuer
  • Überspannung durch Blitze
  • Kurzschluss, Überstrom
  • Luftfahrzeuge
  • Leitungswasser
  • typische Naturgefahren (etwa Sturm, Hagel oder Schneedruck)

 

Der Schutz der Photovoltaikversicherung bezieht sich auf alle Teile, die zur Anlage gehören. Versichert sind die PV-Module, Montagerahmen, Befestigungselemente, Wechselrichter und die Verkabelung. Dazu gehört auch die mit der Photovoltaikanlage verbundene und der Versorgung des Gebäudes dienende Stromspeicheranlage.

 

Ergänzend können Hausbesitzer den Versicherungsschutz auf Schäden durch Einbruchdiebstahl, Tierbisse oder Bedienungsfehler ausweiten. Auch Schäden durch Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler lassen sich versichern. Diese sind verhältnismäßig häufig Ursache für Brände an Photovoltaikanlagen (Studie: Brandgefahr durch PV-Anlagen, PDF). Betreiber von Photovoltaikanlagen sollten daher von Beginn an den Versicherer in die Planung mit einbeziehen.

 

Wichtig zu wissen: Die Versicherungen übernehmen keine Schäden etwa durch Abnutzung oder Alterung.

 

Was übernimmt die Photovoltaik-Versicherung nach einem Schaden?

Kommt es zu einem Schaden an der Photovoltaikanlage, unterscheidet die Versicherung zwischen einem Teil- und einem Totalschaden.

 

  • Nach einem Teilschadenübernimmt die Photovoltaikversicherung alle Kosten, die für die Wiederherstellung der Anlage notwendig sind (etwa für Ersatzteile, Reparatur, Montage, Wiederherstellung des Betriebssystems).
  • Nach einem Totalschadenersetzt die Photovoltaikversicherung den Neuwert der Anlage abzüglich des Wertes des Altmaterials.

 

Im Schadensfall kann eine Selbstbeteiligung fällig werden. Die Höhe richtet sich nach der individuellen Vereinbarung zwischen dem Hausbesitzer und der Versicherung.

 

Welche Pflichten haben die Versicherungsnehmer?

Hausbesitzer müssen dafür sorgen, dass ihre Photovoltaikanlagen im vom Hersteller empfohlenen Intervall gewartet werden. Diese Aufgabe sollten ausschließlich qualifizierte Fachbetriebe übernehmen. Darüber hinaus sollten Besitzer die Daten und Programme für die versicherte Anlage aufbewahren, die der Hersteller zur Verfügung gestellt hat. Vertragsunterlagen über die Stromlieferung sowie die Abrechnungen der letzten Jahre sollten ebenfalls aufbewahrt werden. So kann die Versicherung schneller den Ertragsausfall ermitteln und den Besitzer entsprechend entschädigen.

 

Werden diese Pflichten nicht eingehalten, darf die Versicherung im Schadenfall die Leistung kürzen oder – im Extremfall – ganz verweigern.

 

Tipp: Haftpflichtversicherung auf PV-Anlage ausdehnen

Besitzer von Photovoltaikanlagen haften für die Schäden, die durch die Anlage anderen zugefügt werden, etwa wenn Teile herunterfallen oder ein Feuer auf das Nachbarhaus übergreift. Gegen dieses Risiko sollten sich die Besitzer versichern, entweder durch eine Erweiterung ihrer privaten Haftpflichtversicherung oder im Rahmen einer eigenständigen Photovoltaikversicherung.

 

Nicht vergessen: Ertragsausfall mitversichern

Fällt die PV-Anlage aus welchen Gründen auch immer aus, hat der Besitzer einen finanziellen Verlust – sei es durch die entgangenen Erlöse aus der Stromeinspeisung oder aber, weil er nun für fremden Strom bezahlen muss. Diesen Verlust bezeichnet man als Ertragsausfall. Aus zwei Gründen sollten Hausbesitzer unbedingt den Ertragsausfall mitversichern:

 

  1. Fällt die Stromerzeugung, egal aus welchen Gründen, aus, entgeht dem Besitzer vorübergehend die Einspeisevergütung, die er normalerweise erhält. Die Versicherung zahlt dem Hausbesitzer für die Dauer des Ausfalls dieentgangene Einspeisevergütung, die er unter normalen Umständen mit seiner Anlage verdienen würde. Damit können etwa auch laufende Kredite bedient werden. Ebenfalls vorteilhaft: Mögliche Renditeprognosen für die Anlage müssen nicht über Bord geworfen werden.

 

  1. Ist die Photovoltaikanlage ausgefallen, brauchen Hausbesitzer Strom aus einer anderen Quelle. Diese Mehrkostenübernimmt die Photovoltaik-Versicherung ebenfalls – solange bis die Anlage repariert wurde und der Strom für den eigenen Bedarf wieder fließt.

 

Schäden an Photovoltaikanlagen vermeiden

Wie wird die Installation von Photovoltaik sicher geplant? Wie lassen sich größere Schäden vermeiden und wie kann die Gefahr einer Betriebsunterbrechung minimiert werden? Diese Fragen beantwortet der VdS-Leitfaden zu Photovoltaikanlagen.

 

Checkliste: So gehen Besitzer von Photovoltaikanlagen auf Nummer sicher

  1. Wählen Sie einen qualifizierten und erfahrenen Betriebfür die Installation der Photovoltaikanlage.
  2. Besprechen Sie die erforderlichen Maßnahmen direkt vor Ortam Gebäude. Achten Sie darauf, dass alle Gewerke bei der Planung und Ausführung gut koordiniert werden.
  3. Informieren Sie Ihre Gebäudeversicherungüber die Installation der Anlage und klären Sie, welche Risiken abgesichert werden.
  4. Dokumentieren Sie bei der Übergabe der Photovoltaikanlage alle Maßnahmen des Installateurs über den Anlagenpass. Lassen Sie sich die Funktionen Ihrer Anlage verständlich erläutern.
  5. Lassen Sie Ihre Photovoltaikanlage von einem Fachbetrieb warten. Prüfen Sie regelmäßig durch Sichtkontrollen, ob Ihre Anlage in Ordnung ist. Sollten Sie Schäden feststellen, informieren Sie Ihre Versicherung und wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.

 

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Knut Mäuselein

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