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Gesunde Zellen sind der Schlüssel für ein langes Leben und dafür kann jeder etwas tun.

 

Frau Ruge, Herr Dr. Duscher, beginnen wir mit dem Naheliegendsten: Wird Altern heilbar?

Nina Ruge: Wir werden länger gesund leben – bis der Tod kommt. Den werden wir nicht von der Bettkante schubsen können. Aber die Lebenszeit, die uns vergönnt sein wird, werden wir verlängern können – gesund verlängern.

Dominik Duscher: Die Vision dieses Buches war, zum ersten Mal – außerhalb der Fachwelt – die neuesten Erkenntnisse der Altersforschung vorzustellen und die momentan vielversprechendsten Ansätze der regenerativen Medizin einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Wir begeben uns dafür auf die Ebene der Zellen, denn aus ihnen besteht der Mensch. Wenn wir verstehen, wie Zellen gesund bleiben, wird Altern irgendwann heilbar sein. Und die Wissenschaft ist hier bereits auf einem guten Weg.

Ruge: Ja, ich muss neidvoll anerkennen, dass Dominik, der 31 Jahre jünger ist als ich, bessere Chancen haben wird, sein Leben länger „jung und gesund“ zu genießen. Denn die Altersforschung explodiert derzeit.

Warum interessieren Sie sich dabei gerade für unsere Zellen?

Duscher: Obwohl sie die kleinsten Einheiten unseres Organismus sind, sind Zellen erstaunlich komplex organisiert und teilen sich viele Eigenschaften mit uns, dem Gesamtorganismus. Wie wir haben auch sie Organe, einen regen Stoffwechsel, müssen essen und trinken, um Energie zu produzieren und müssen verbrauchtes Material wieder ausscheiden. Zellen leben und sterben. Sie können sich auch bis zu einem gewissen Grad reparieren und sich selbst heilen, allerdings nur, wenn sie gesund sind.

Und wie bleiben sie gesund?

Duscher: Durch das Funktionieren unserer drei wichtigsten Zellkompetenzen: Erneuerung, Energieerzeugung und Entgiftung. Altern ist letztendlich nichts anderes als das gemeinsame Versagen dieser drei Fähigkeiten. Wir müssen diese also verstehen, stärken und optimieren, um das Alter an der Wurzel zu packen.

Wann im Leben geht es denn mit der Zellgesundheit bergab?

Ruge: Den Höhepunkt unserer zellulären Fitness erreichen wir leider schon im zarten Alter von 25. Von da an zeigen die phänomenalen Regelkreise und Stoffwechselkaskaden unserer Zellen erste Schwächen. Jedes Jahr nimmt deren Leistungsfähigkeit um rund ein Prozent ab. Das nennt man „primäre Alterung“, nämlich die auf Zellebene. Da die Widerstandskraft unseres gesamten Systems aber so bewundernswert hoch ist, wird es meist erst dann unangenehm, wenn circa 40 Prozent der Leistungsfähigkeit verschwunden sind. Je nach Lebensstil nach rund 30 bis 40 Jahren, also etwa ab dem 55. Lebensjahr.

 

Dann geht es ja oft auch mit den typischen Alterskrankheiten los.

Ruge: Genau. Wenn die Zellen in den entscheidenden Organen schwächeln, dann kann dies das Einfallstor sein für Diabetes, Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Demenz und vieles andere mehr. Das ist das „sekundäre Altern“, welches ein Dauerthema in unserer alternden Gesellschaft ist. Die Dimensionen des „primären Alterns“ hingegen sind noch nicht so präsent.

Können wir denn da direkt eingreifen? Wir bestehen zwar aus ihnen, aber einen direkten „Zugriff“ auf unsere Zellen scheinen wir ja nicht zu haben.

Duscher: Die moderne Altersforschung und insbesondere der Ansatz, das Altern über die Optimierung der drei Zellkompetenzen aufzuhalten, mag manchen kühn erscheinen. Doch wir können Sie beruhigen: Nichts spricht aus physiologischer Sicht dagegen, dass Medizin und Technologie immer mehr zelluläre Schäden werden verhindern und sogar umkehren können.

Ruge: Besonders vielversprechend ist natürlich die Stammzellenmedizin. In Deutschland ist die Forschung streng reglementiert – in Ländern wie den USA ist man hingegen schon erfreulich weit. Zum Beispiel bei Therapiemethoden für Kniegelenksarthrose oder Nervenschäden. Aber auch die Isolierung beziehungsweise Entwicklung von Plasmafaktoren des Blutes, die eindeutig verjüngend wirken, macht Hoffnung.

Kann man auch selbst etwas tun?

Duscher: Ja, auf jeden Fall. Es ist zum Beispiel unumgänglich, regelmäßig Kraft- und Intervalltraining zu absolvieren. Unsere Leser erfahren zudem, warum sie viele 16:8-Fastentage einlegen sollten, warum es unseren Zellkompetenzen hilft, in die Sauna zu gehen und sich eiskalt abzuduschen – und warum es sinnvoll ist, Powernaps einzulegen.

Frau Ruge, gestatten Sie uns ein Kompliment: Ihre 64 Jahre sieht man Ihnen wirklich nicht an. Was tun Sie denn persönlich, um Ihre Zellen jung und gesund zu halten?

Ruge: Mit 40 habe ich ganz konsequent und bewusst einen Langlebigkeits-Lebensstil in mein Leben eingebaut. Da ist natürlich zuerst die Ernährung – und hier ist Weglassen die Kunst: kein Fleisch, kein Zucker, kein Fastfood. Dafür aber mindestens 400 Gramm Gemüse am Tag, und davon möglichst 25 verschiedene Sorten pro Woche. Hinzu kommen Nahrungsergänzungsmittel wie das aus Weizenkeim gewonnene Spermidin. Die Krönung ist regelmäßiger Sport: Sowohl Ausdauersport wie Schwimmen und Walken als auch Krafttraining im Fitnessstudio. All das ist zunächst natürlich eine Herausforderung, aber es geht ganz schnell in das Alltagsverhalten über.

Die Angst vorm Altern – wird man diese nach dem Lesen Ihres Buches ablegen können?

Ruge: Wenn wir den aktuellen Stand der Forschung überblicken, dann müssen wir akzeptieren: Den einen Jungbrunnen, den haben wir noch nicht zum Sprudeln gebracht. Aber es ist Licht am Horizont. Dass die drei Zellkompetenzen mit den Jahren aus dem Tritt kommen, diesen Prozess können wir zwar noch nicht gänzlich aufhalten. Aber verlangsamen können wir ihn durchaus schon heute.

Duscher: Nach der Lektüre wird der Leser wissen, dass Altern kein starres, unflexibles Phänomen ist. Die Natur hat Kontrollknöpfe geschaffen, mit denen sie unsere Lebensdauer verändert. Wenn wir schon sterben müssen, soll bitte nicht das Alter daran schuld sein.

von 7jahrelaenger.de

 

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Knut Mäuselein

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